Sturmschaden durch herabfallenden Dachziegel
- Jahrhundertorkan "Lothar"


Eine Haftung der (übrigen) Wohnungseigentümer bzw. des Verwalters für Schäden durch herabfallende Dachziegel setzt voraus, dass der geschädigte Wohnungseigentümer den Nachweis für die Fehlerhaftigkeit des Daches und deren Ursächlichkeit für den Schaden erbringt. Insoweit kommen dem Geschädigten grundsätzlich selbst bei starken Sturmböen die Regeln des Anscheinsbeweises zugute. Aus Rechtsgründen ist jedoch nicht zu beanstanden, wenn der Tatrichter bei extrem selten (allenfalls einmal in 50 bis 100 Jahren) auftretenden Spitzenwerten (hier: bis zu 153 km/h) für die betroffene Gegend den Anscheinbeweis als erschüttert wertet.

OLG Zweibrücken, Beschluss vom 29.01.2002 - 2W 11/02

Zum Sachverhalt: Der Betreffende zu 1 beansprucht von den übrigen Wohnungseigentümern und dem Verwalter die Zahlung von Schadensersatz, weil sein auf einem Pkw-Stellplatz vor der Wohnungseigentumsanlage abgestelltes Kfz am 26.12.1999 anlässlich des Sturms "Lothar" durch vom Dach der Wohnungseigentumsanlage herabfallende Ziegel beschädigt worden sei.

Der Antrag ist in allen Rechtszügen ohne Erfolg geblieben.

Quelle: NZM 2002, Heft 13, S. 570