Dachwartung?. Notwendig oder nicht!?
- Beispiele aus Gerichtsurteilen


Urteil vom OLG Köln, vom 05.02.2004 - 12 U 112/03

  1. Die Ablösung von Gebäudeteilen infolge von Witterungseinwirkung legt grundsätzlich die mangelhafte Errichtung oder Unterhaltung nahe.
  2. Selbst wenn der Schaden auf ein Naturereignis zurückzuführen ist, mit dem nach der Erfahrung des Lebens zu rechnen war, muss das Gebäude so beschaffen sein, dass es diesen Windgeschwindigkeiten standhält.
  3. Höhere Windstärken im Juli als die vom Deutschen Wetterdienst gemessenen 10 Beaufort sind auch für hiesige Verhältnisse nicht komplett auszuschließen. Dächer und Gebäude müssen daran angepasst sein.
  4. Eine feste Regel, in welchen Abständen ein Dach zu überprüfen ist, existiert nicht. Eine einjährige Prüfungspflicht ist jedoch nicht zu beanstanden, da sie auch nicht aus dem üblichen Rahmen fällt.

Urteil vom OLG Düsseldorf, vom 20.03.1992 - 22 U 120/91

  1. Für den durch herabfallende Ziegel entstandenen Schaden haftet die Hausbesitzerin. Löst sich von einem Gebäude ein Teil, dann ist der Schluss nahe, dass das Gebäude fehlerhaft errichtet oder unzulänglich unterhalten wurde. Anderes gilt nur dann, wenn besondere Witterungseinflüsse das Ablösen der Dahziegel verursacht haben. Darunter fallen aber nur außergewöhnliche Naturereignisse mit deren Auftreten nicht (auch nicht selten) gerechnet werden muss. Im konkreten Fall erreichte ein Sturm auf der Beaufortskala Böen bis zur Stärke 12. Mit solchen Sturmbelastungen musste die Hausbesitzerin aber rechnen. Sie hätte entsprechende Vorsorge für die Festigkeit des Daches treffen müssen.